Wintergarten ohne Baugenehmigung – geht das?

Ein Wintergarten hat viele Vorteile. Er sieht nicht nur schön aus, sondern eignet sich auch zur Überwinterung von Pflanzen. Auch die spärlichen Sommerstrahlen in der kalten Jahreszeit können Sie hier nutzen – vom Gefühl, im Freien zu sein, ganz abgesehen. Doch für Hauseigentümer kann die Errichtung eines solchen Gebäudeanbaus gravierende Folgen haben. Wenn keine Baugenehmigung vorliegt, riskieren Sie, dass die Erweiterung wieder abgerissen werden muss. Ob Sie eine bauliche Veränderung auch ohne Baugenehmigung möglich ist, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

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Gläserne Erweiterung des Wohnhauses

Was ist ein Wintergarten überhaupt? Wenn Sie einen Blick in die jeweilige Landesbauordnung werfen, suchen Sie womöglich lange. Einen Wintergarten gibt es so gesehen baurechtlich nicht. Schon eher ist in entsprechenden Verordnungen von Glasvorbauten die Rede. Außerdem kommt es bei der Einordnung auf die Ausgestaltung an. Je nachdem, was genau Sie vorhaben, brauchen Sie so etwa eine Genehmigung – oder nicht.

Üblicherweise gilt ein Wintergarten, wie man ihn sich landläufig vorstellt, als Erweiterung von dem eigentlichen Gebäude eines Hauses. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass er überwiegend mit durchsichtigem Material errichtet wird – meist Glas. Eine solche Erweiterung zeichnet sich durch breite, meist deckenhohe Fensterfronten aus, durch die viel Licht in die Wohnfläche fällt.

Meist grenzt ein solches Glashaus auf einer Seite an das bestehende Gebäude an. Er hat ein festes Dach und benötigt ein Fundament. Holz, Metall oder Kunststoff werden besonders häufig als tragende Materialien verbaut. Oft sind Wintergärten beheizt und isoliert, damit man sich auch bei kalten Außentemperaturen problemlos dort aufhalten kann.

Kann man einen Wintergarten ohne Baugenehmigung errichten?

Als Hausbesitzer fragen Sie sich natürlich, ob Sie einen Wintergarten ohne Baugenehmigung bauen dürfen. Die Antwort lautet: es kommt darauf an. Einfach so dürfen Sie einen entsprechenden Anbau nicht errichten. Wenn Sie möchten, dass Ihr Bauvorhaben rechtlich auf einem sicheren Fundament steht, sollten Sie die geltenden Vorgaben beachten.

Baurecht ist Ländersache. Das bedeutet, dass die Vorgaben für Wintergärten vom jeweiligen Bundesland abhängen. In den meisten Fällen müssen Sie einen Bauantrag beim Bauamt stellen, um Ihr Haus in dieser Form erweitern zu dürfen. In manchen Bundesländern ist je nach Ausgestaltung hingegen keine Baugenehmigung erforderlich. Zur Einstufung kommt es unter anderem auf die Fläche des Anbaus an.

Selbst, wenn Sie keine Genehmigung beim zuständigen Bauamt einholen müssen, kann es sein, dass Sie der Behörde den Bauplan vorlegen müssen. Gegebenenfalls prüft ein Statiker dann die Standsicherheit Ihres Bauvorhabens.

Die geltenden Vorschriften unterscheiden sich stark. Was in einem Bundesland genehmigungsfrei ist, muss in einem anderen beim Bauamt beantragt werden. Planen Sie eine Erweiterung, sollten Sie sich deshalb vorher bei Ihrer Kommunalverwaltung nach den Detail-Vorgaben erkundigen. Die zuständige Bauaufsichtsbehörde gibt Ihnen gerne Auskunft. Wenn Sie eine Firma mit dem Bau beauftragt haben, kümmert diese sich um die Genehmigungen für die baulichen Anlagen. Dasselbe gilt, wenn ein Architekt involviert ist. Er kennt sich mit dem Thema ebenfalls aus – und weiß, welche Vorschrift er berücksichtigen muss.

Von welchen Faktoren hängt der Bau eines Wintergartens ohne Baugenehmigung ab?

Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, hängt vor allem von der Größe Ihres Bauvorhabens ab. Auch die Details der Planung spielen eine Rolle, wenn es um die öffentlich-rechtlichen Vorschriften geht. Planen Sie eine Heizung? Wo genau wird das Glashaus errichtet? Welche Materialien möchten Sie nutzen? Jedes Bundesland hat andere Regelungen, die über die Erfordernis einer Baugenehmigung bestimmten. Die Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer geben darüber Aufschluss.

Auch der Bebauungsplan Ihres Hauses ist entscheidend. Was ist darin festgelegt? Die Art der Fläche, auf der Ihr Haus errichtet ist, spielt eine Rolle. Handelt es sich um ein Wohn- oder Gewerbegebiet – oder ein Mischgebiet? Darf die Grundstücksfläche überbaut werden? Welche Einschränkungen gehen aus dem Bebauungsplan hervor? All das entscheidet darüber, ob Ihr Projekt problemlos umgesetzt werden kann oder nicht.

Auch die Mindest-Grenzabstände müssen Sie bedenken. Baufluchtlinien, Fluchtwege und das Nachbarschaftsrecht wirken sich ebenfalls aus.

Ab wann ist eine Baugenehmigung für einen Wintergarten nötig?

Auch bei der Frage, ab wann Sie eine Genehmigung brauchen, kommt es auf Ihren Wohnort an. In manchen Bundesländern können Sie Ihr Vorhaben vergleichsweise problemlos angehen. In anderen gestaltet sich die Umsetzung schwieriger, weil striktere Vorgaben gelten. Es gibt auch gänzlich genehmigungsfreie Vorhaben.

Auch die Art des Baus spielt eine wichtige Rolle. Welche Größe planen Sie und wie soll der Raum ausgestattet sein? Planen Sie eine Heizung und einen direkten Anschluss an das eigentliche Gebäude? Kleinere Wintergärten erfordern häufig keine Baugenehmigung, während größere fast immer genehmigungspflichtig sind.

Gehört die Erweiterung zu Ihrem Wohnraum, müssen Sie auch die Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) beachten. Es kann aufwendig sein, diese Vorgaben umzusetzen.

Beispiel-Regelungen der Bundesländer

Je nachdem, wo Sie wohnen, ist Ihr Vorhaben einfacher oder schwieriger umsetzbar. In manchen Bundesländern herrscht eine generelle Genehmigungspflicht. Das ist etwa in Bayern und Berlin der Fall.

Manche Bundesländer machen keine so strikten Vorgaben. In Brandenburg hängt es so etwa davon ab, ob die Erweiterung beheizt ist. Auch die Größe spielt eine entscheidende Rolle.

In Bremen kommt es auf die Tiefe des Raumes an. Ein gewisses Maximum darf normalerweise nicht überschritten werden. Außerdem muss der Anbau überwiegend verglast sein.

>In Nordrhein-Westfalen spielt eine Rolle, ob der Bauherr die Bestimmungen des Bebauungsplans beachtet. Auch eine bestimmte Höhe darf dabei nicht überschritten werden. Auch auf den umgebauten Raum kommt es an.

Auch der Bruttowohnbereich ist häufig begrenzt. Wird die Grenze von dem möglichen umbauten Raum überschritten, benötigen Sie eine Erlaubnis. Das ist etwa in Thüringen und in Rheinland-Pfalz der Fall.

Beachten Sie: Auch, wenn Sie keine Genehmigung brauchen, muss der Bau in aller Regel bei der zuständigen Aufsichtsbehörde angezeigt werden.

Wintergarten Baugenehmigung: Sonderfall Gewächshaus

Einen Sonderfall stellt baurechtlich das Gewächshaus dar. Je nachdem, was Sie vorhaben, kann Ihr Wintergarten rechtlich als solches gelten. Dabei handelt es sich überwiegend um Glasbauten, die nicht mit dem Wohngebäude verbunden sind. Entscheidend ist der Zugang. Bei Gewächshäusern ist dieser außen, bei Wintergärten liegt er innen im Gebäude.

Gewächshäuser müssen in vielen Fällen nicht genehmigt werden. Auch hier gibt es jedoch Grenzen. Die Größe ist ebenfalls entscheidend.

Warum ist eine Baugenehmigung für einen Wintergarten nötig?

Als Hauseigentümer fragen Sie sich möglicherweise, warum Sie überhaupt eine Erlaubnis für die bauliche Erweiterung brauchen. Schließlich könnte alles so einfach sein – wenn die Bürokratie nicht wäre! Alle baulichen Anlagen unterliegen jedoch den Bestimmungen der jeweiligen Landesbauordnung. Ein Wintergarten ist eine solche bauliche Anlage – und als solcher üblicherweise genehmigungspflichtig. Er stellt schließlich eine bauliche Veränderung am Gebäude dar.

Dass eine solche Erweiterung meistens genehmigt werden muss, hängt insbesondere mit Fragen der Sicherheit zusammen. Er muss etwa standsicher sein und die Brandschutzauflagen erfüllen. Für Sie als Besitzer – und Ihre Gäste – ist es wichtig, dass der Aufenthalt in dem Raum in jeder Hinsicht ungefährlich ist.

Zwar können Sie Ihr Projekt auch ohne Baugenehmigung umsetzen. Sie tragen dann die Verantwortung, falls die zuständige Behörde von der Errichtung erfährt. In diesem Fall müssen Sie mit Sanktionen rechnen, falls eine Genehmigungspflicht bestand.

Falls Sie Ihr Haus möglicherweise einmal verkaufen, sollten Sie bedenken, dass ein nicht genehmigtes bauliches Objekt den Wert Ihrer Immobilie mindern kann. Es ist deshalb empfehlenswert, alle rechtlichen Fragen vor dem Bau zu klären. Beim Verkauf müssen Sie dann keine finanziellen Nachteile hinnehmen.

Wenn Sie eine Baugenehmigung einholen wollen, fragen Sie beim örtlichen Bauamt nach, welche Unterlagen Sie dazu einreichen müssen. Unter anderem betrifft dies Lagepläne und Formulare sowie Nachweise, etwa technischer Art. Auch Bauzeichnungen und Berechnungen können erforderlich sein. Ein etwaiger Nachbar muss Ihrem Vorhaben ebenfalls zustimmen.

Was könnte beim Bau eines Wintergartens ohne Baugenehmigung passieren?

Wie Sie bei der Errichtung Ihres Bauvorhabens vorgehen, hängt von den möglichen Folgen ab. Wenn Sie überlegen, eine Erweiterung ungenehmigt zu bauen, sollten Sie die Konsequenzen kennen. Oft stellen sich potenzielle Käufer diese Frage, wenn auf dem betreffenden Grundstück bereits ein nicht genehmigter Raum vorhanden ist.

Viele Hausbesitzer mit einer nicht genehmigten Erweiterung fallen damit über lange Zeit nicht auf. Das Risiko besteht jedoch, dass die Behörde den Bau doch bemerkt. Das könnte etwa passieren, wenn ein Nachbar sich beim Amt meldet. Oft ist das der Fall, wenn Nachbarn sich durch das gestört fühlen, was Sie gebaut haben. Sie sollten das Einverständnis Ihrer Nachbarn schon allein deshalb in jedem Fall einholen.

Ist bereits ein bauliche Veränderung vorhanden, kann eine Nachgenehmigung beantragt werden. Diese Option macht vor allem dann Sinn, wenn Sie das betreffende Gebäude samt Anbau gerade erst erworben haben. Der Bau kann dann nachträglich genehmigt werden.

Wenn eine illegal errichtete Erweiterung der Behörde auffällt, drohen eine Reihe von Konsequenzen. Hier entscheiden die Gegebenheiten im Einzelfall. Möglich sind Sanktionen wie die Aufforderung zum Abriss oder zu baulichen Veränderungen, damit die Vorgaben erfüllt werden. Die Baubehörde kann auch Bußgelder verhängen. Steht der Anbau schon lange ohne Probleme oder Beschwerden, duldet die Bauaufsicht Ihr Bauwerk möglicherweise auch einfach. Sanktionen werden in diesem Fall nicht verhängt.

Möglicherweise bedeuten die Details Ihres Baus auch, dass gar keine Genehmigung nach dem öffentlichen Baurecht erforderlich war.

Wie wird ein Wintergarten ohne Baugenehmigung errichtet?

Das Erfordernis einer Baugenehmigung schreckt viele Hausbesitzer ab, wenn es darum geht, ob eine Erweiterung sinnvoll ist oder nicht. Natürlich gibt es Wege, diese auch ohne Baugenehmigung umzusetzen. Sie können den Bau trotzdem beauftragen, wenn die ausführende Firma keine entsprechende Erlaubnis verlangt. Auch liegt es an Ihnen, ob Sie als Bauherr die zuständige Bauaufsichtsbehörde über Ihre Planung informieren oder nicht.

In manchen Bundesländern benötigen Sie für ein solches Vorhaben – je nach Größe und weiteren Merkmalen – ohnehin keine Baugenehmigung. Es ist dann vergleichsweise unkompliziert möglich, eine Erweiterung zu bauen.

Die mit dem Anbau beauftragte Firma kennt sich in der Regel mit den Vorgaben des Baurechts genau aus. Ist eine Baugenehmigung nötig, werden die Mitarbeiter Sie darauf hinweisen.

Alternative Möglichkeit: der Kaltwintergarten

Eine alternative Option, falls Sie keine Genehmigung einholen wollen, kann ein sogenannter Kaltwintergarten sein. Für einen solchen Sonnenfang, wie der Kaltwintergarten in der Fachsprache auch genannt wird, muss meist keine Erlaubnis vorliegen.

Der Kaltwintergarten stellt eine Art vorgelagerter Glasfront dar. Er kann unterschiedlich gestaltet werden, unterscheidet sich jedoch in entscheidenden Aspekten vom regulären Wintergarten. Er ist beispielsweise nicht beheizt oder isoliert. Auch stellt er keine Erweiterung der Wohnfläche dar. Es ist zwar meist kühl im Innern, gleichzeitig sind Sie vor Witterung und Wetter geschützt.

Bei einem Kaltwintergarten fallen jedoch auch einige Vorzüge weg. Sie werden sich hier kaum im Winter aufhalten, wenn es draußen eisig ist – dafür ist es dann zu kalt. In den Übergangszeiten im Frühjahr oder Herbst kann sich ein Kaltwintergarten jedoch lohnen, um die verbleibenden Sonnenstrahlen zu nutzen.

Auch deshalb kann ein Kaltwintergarten eine Alternative darstellen:

  • er ist oft kostengünstig und vergleichsweise unproblematisch zu errichten
  • Sie können dort Ihre Gartenmöbel vor der Witterung in der kalten Jahreszeit schützen
  • Sie können eine tragbare Elektroheizung verwenden, um den Kaltwintergarten wohnlich zu nutzen
  • er ist ein guter Überwinterungsort für frostempfindliche Pflanzen 
  • oft können Sie einen Kaltwintergarten leicht selbst errichten
  • Sie brauchen meist keine Genehmigung – der bürokratische Aufwand ist vergleichsweise gering

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